Mittwoch, 2. Dezember 2009

Historische Zitate aus der Unternehmensbewertung


1909

Subjektiver Wert, Entscheidungswert


Darauf wäre dann das Hauptthema, die eigentliche Wertschätzung von Bergwerken bzw. bergbaulichen Objekten, der speziellen Betrachtung zu unterwerfen. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß es sich bei Wertschätzungen nicht blos um den gemeinen, sondern vielfach auch um einen besonderen, d.h. denjenigen Wert handelt, den ein Objekt für einen bestimmten Kaufliebhaber hat.

Objektiver Wert, subjektiver Wert, Entscheidungswert


Der Begriff Wert ist aber auch noch nach anderer Richtung hin zu scheiden, nämlich in einen gemeinen und in einen besonderen. Ein Wert letzterer (subjektiver) Art steht z.B. in Rede, wenn zu bestimmen ist, welchen Preis ein Bergwerksbesitzer für ein Feld zahlen kann, das an sein eigenes Bergwerk angrenzt und von diesem aus mit größerem Nutzen, als durch eine eigens errichtete getrennte Anlage, wie sie jeder Andere würde erstellen müssen, ausbeutbar ist: der hierbei für den Nachbar in Betracht kommende besondere Wert würde aus dem angedeuteten Gesichtspunkte also höher sein als der gemeine Wert; dieser letztere (der Wert, den das betr. Feld für jeden Dritten sofern er ausbeuten will, hat) wird als der objektive Verkaufswert unter der Voraussetzung des Fortbestandes des Unternehmens definiert.


Marktwert


Hat nun der Sachverständige die nötigen Unterlagen, also den Ueberblick über bezügliche geschäftliche Bewertungen sich verschafft, so bildet nächst der Prüfung, ob und inwieweit diese Unterlagen für den vorliegenden Fall brauchbar sind, die Abwägung der vorhandenen Unterschiede den Schwerpunkt der Arbeit. Um hierbei einen Vergleichsmaßstab zu haben, bringt man die Preise, welche in den als Unterlagen verwertbaren Geschäften gezahlt worden sind, zunächst auf eine gewisse Einheit.


(KREUTZ: Wertschätzung von Bergwerken. Unter besonderer Berücksichtigung der im Geltungsbereiche des preussischen Berggesetzes vorliegenden Verhältnisse. Köln - Rhein 1909)



Dienstag, 1. Dezember 2009

Wer Gott zum Lachen bringen möchte, zeige ihm seinen Businessplan


Wer sich in seiner beruflichen Praxis mit Unternehmensbewertung befasst,  muss sich mit  einem neuen Phänomen auseinandersetzen: Es häufen sich die Erfolgsgeschichten von Unternehmern, die keinen Businessplan brauchen. Simon Woodroffe, Gründer der YO!Company, ist einer von ihnen:

YO! is one of those empires such as Google, Apple or Virgin that thinks of itself less as a business than a way of life.
Sunday Times, 22.08.2004


YO! is one of the founding brands of the individual revolution, alongside Apple, Ebay and now Zopa, in which people define themselves principally by who they are rather than by what they consume.
Richard Duvall, Founder of Zopa



With YO!Sushi, YO! revolutionised fast food.
The Observer, 29.12.2005

Heute ist im Blog von Youngentrepreneur (TM) ein Beitrag über ihn erschienen.

Businesspläne entspringen häufigen Organisationskonzepten, die Ordnung durch Detailbeschreibungen schaffen wollen. Dieses Vorgehen entspricht dem Gedanken vollständig geplanter und bewusster Problemlösungsprozesse. In den klassischen Managementkonzepten wierden hierfür straffe hierarchische Organisationsformen mit klaren Informations- und Weisungsabläufen eingesetzt und gleichzeitig als zwingende Voraussetzung angesehen, um das Funktionieren des Unternehmens zu garantieren. Diesen Konzepten kann jedoch vorgeworfen werden, dass unvorhergesehene Entwicklungen des Systems "Unternehmen/Umwelt" ausgeblendet und in der Konzeption nicht beachtet werden. Somit sind für spontane Lösungen keine Kapazitäten oder Entscheidungsspielräume vorhanden.

Diese traditionellen Managementkonzepte sind unserer komplexen Welt nicht mehr angemessen.




Fritz B. SIMON zur Krise unserer Denkmodelle


Leben wir in einer Gegenwart, die wir verstehen?

Erklärungsversuche, beispielsweise für die Finanzkrise, gibt es viele, ernst zu nehmende Gedanken stammen von Paul Krugman, Robert Shiller und  Howard Davies (s. Finanzmärkte laufen aus dem Ruder?!).

Im Grunde geht es um die Feststellung, dass unser Denken, das auf Kausalität beruht, wichtigen Bereichen unserer Lebenswelt nicht mehr angemessen ist.

Das Management Zentrum Witten veranstaltete kürzlich zu diesem Themenkomplex die


3. Biennale für Management und Beratung
19. - 21. November in Berlin

Im Rahmen dieser Vortragsveranstaltung gab Fritz B. SIMON folgende Stellungnahme ab:



Die gegenwärtige Krise des Weltwirtschaftssystems ist ja so etwas wie eine gigantische Werbeveranstaltung für systemisches Denken. Jetzt weiß auch der letzte Anhänger geradlinig kausaler Modelle, der Main - Stream - Wissenschaften oder von Kontroll - Ideen, dass die Welt und mit ihr die Wirtschaft nur sehr begrenzt berechenbar ist. Die alten Management - by - Tools sind allesamt auf dem Müll gelandet (wo sie schon früher hingehörten), und mit ihnen die Metaphern der Planung und Steuerung, die ihnen zugrunde lagen. Wo es früher Wirtschaftskapitäne gab und Lotsen, die sich mit den Untiefen der Gewässer auskannten, den Kurs festlegten und hielten, auch wenn das Klima rau war und die See unruhig, muss heute gesurft werden und nicht nur im Internet. Wir navigieren nicht mehr in Gewässern, die mal mehr, mal weniger ruhig sind, sondern wir befinden uns immer irgendwie auf dem Kamm einer Welle, die jeden Moment über uns zusammen schlagen kann. Die Krise zu reiten ist riskant, aber es kann offensichtlich auch richtig Spaß machen (wenn man es kann, eine gute Kondition und den hinreichenden Sportsgeist besitzt).