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Donnerstag, 11. November 2010

Muster des Gelingens



"Systemisch bedeutet für die verwendeten Erklärungen, dass sie aus der neueren soziologischen Systemtheorie abgeleitet sind. Bezogen auf Wirtschaft heißt dies, das Wirtschaft als ein Kommunikationssystem begriffen wird. Und die Teilnehmer an dieser Kommunikation (Individuen wie Organisationen oder auch der Staat) werden als Beobachter konzeptualisiert, die jeweils sehr unterschiedlich beschreiben, erklären und bewerten können, was sie beobachten oder auch nicht beobachten (= Konstruktivismus).


Kein Beobachter hat - so die konstruktivistische Grundannahme - eine privilegierte Perspektive, von der aus er beanspruchen könnte, einen Zugang zur objektiven Wahrheit zu haben. Deswegen kommt es fast zwangsläufig zum Streit der Meinungen über (1) die Auswahl der zu beobachtenden Phänomene, (2) die Weise, wie ihr Zustandekommen kausal zu erklären ist, und - ganz besonders - (3) wie bzw. nach welchen Kriterien ein so beobachtetes und erklärtes Geschehen zu bewerten ist.

Dass Bewertungen durch Beobachter für wirtschaftliche Fragen zentral sind, bedarf wohl keiner besonderen Betonung, schließlich liegt jedem Kauf und Verkauf eine Bewertung durch unterschiedliche Beobachter (Käufer / Verkäufer) zugrunde. Und dass solche Bewertungen verschieden sind, zeigt sich, wenn zum Beispiel der eine Beobachter bereit ist, eine bestimmte Ware zu einem bestimmten Preis zu kaufen, der andere, sie zu verkaufen."
(Fritz B. SIMON)

Es gibt keine systemische Unternehmensbewertung. Aber es gibt zahlreiche Elemente, auf systemisch-kybernetischen Arbeiten basierend, die hoffentlich einmal zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden, das für Zwecke der Unternehmensbewertung nutzbar ist.

Gustav BERGMANN, Universität Siegen, forscht und lehrt mit seinem Team besonders in den Bereichen Innovations- und Kompetenzmanagement sowie der internen und externen Unternehmenskommunikation. Auf Basis des systemisch - relationalen Theorieansatzes werden Lösungen für komplexe Fragestellungen entwickelt. Die systemische Sichtweise geht von einer sozial konstruierten Wirklichkeit aus. Das heißt: Probleme und Lösungen entstehen durch kommunikativen Austausch. Insofern ist an den kommunikativen Strukturen von Unternehmen zu arbeiten. Professor BERGMANN und sein Team diagnostizieren Unternehmen, um die spezifische Kompetenz und Kultur zu entdecken und, um fehlende Elemente zu finden. Die systemischen Defizite können durch gezielte Interventionen ergänzt werden. Mit der Reflexion sind systemische Muster des Gelingens zu entdecken, die ein Unternehmen dauerhaft vital erhalten. 

Philosophie


des Lehrstuhls für Innovations- und Kompetenzentwicklung
Am Lehrstuhl für Innovations- und Kompetenzmanagement forschen und lehren wir nach 3 wesentlichen Grundsätzen:

Sustainability oder Zukunftsfähigkeit

Mit Zukunftsfähigkeit meinen wir, wichtige ökologische, soziale, ökonomische und technologische Fragen zu bearbeiten, die die Überlebensfähigkeit und Lebensqualität von Menschen steigern. Gerade in den nächsten Jahren wird es darum gehen, neue Lebens- und Wirtschaftsweisen zu entwickeln, die auch zukünftigen Generationen ein gutes Leben ermöglichen. Wir forschen hier nach Formen der Kontextgestaltung die einem menschlichen Maß entsprechen.

Systemik und Relationalität

Die Basis unserer Lehre und Forschung bildet die so genannte systemisch – relationale Theorie. Wir denken, dass Wirklichkeit auf individuellen Wahrnehmungen beruht, die in Interaktion mit Anderen zu einer gemeinsamen Erlebniswirklichkeit entwickelt werden kann.
Im Mittelpunkt steht die Leitdifferenz von trivialen und non trivialen Systemen. Wir sind davon überzeugt, dass substanzielles Lernen erst in non- trivialen Systemen möglich ist und gesellschaftliche Macht hinterfragt werden muss, die in der Tendenz eingesetzt wird, um Menschen zu trivialisieren.

Aktionsforschung und Komptenzentwicklung

Mit Aktionsforschung gewinnen wir Muster der gelingenden Gestaltung von sozialen Systemen. Wir begleiten und beobachten reale Fälle, um auf der Basis von Dichten Beschreibungen im Dialog Erkenntnisse zu gewinnen.

In der Lehre versuchen wir die Erkenntnisse über die Beschäftigung mit unentscheidbaren Fragestellungen und die Gestaltung von innovativen Lehrkontexten weiter zu entwickeln und anwendbar zu machen. Kompetenzentwicklung verstehen wir dabei mehr als Kompetenzentdeckung durch Irritation und experimentelle Erprobung in sehr verschiedenen Forschungsfeldern (Kunst, Interkulturalität, Medien, etc.).


Essay
Juni 2010


Research - Paper
Januar 2010


Oktober 2010





Montag, 8. Februar 2010

Radikale Marktwirtschaft


Fritz B. Simon weist in seiner "Systemischen Kehrwoche" auf das Potenzial von Familienunternehmen sowie auf die Kraft des negativen Denkens hin. Er verwendet dabei auch den von ihm geprägten Begriff der "Radikalen Marktwirtschaft":

"Radikale Marktwirtschaft"
Grundlagen des systemischen Managements
190 Seiten, 15 Abb., Gb, 5., aktual. Aufl. 2005
€ 24,95
ISBN 978-3-89670-509-9 

Wirtschaft, so sagt man, sei zu achtzig Prozent Psychologie. In diesem Buch wird gezeigt, dass Psychologie zu hundert Prozent Wirtschaft ist. Jede menschliche Interaktion lässt sich als eine Form der Marktwirtschft verstehen. Die theoretische Begründung für dieses Modell ergibt sich aus neueren Entwicklungen der System- und Evolutionstheorie sowie den erkenntnistheoretischen Konzepten des sogenannten "Radikalen Konstruktivismus". Menschliche Verhaltensweisen lassen sich als Waren betrachten, die unterschieden, bezeichnet, bewertet und getauscht werden, das heißt: Wer handelt, der handelt. Was dies für den Manager und seinen Alltag, die Organisation von Unternehmen, Führung, Leistung, Planung und die Unternehmenskultur etc. bedeutet, wird in diesem Buch im Blick auf Theorie und Praxis erörtert, durch viele Fallbeispiele erläutert und durch Rezepte für den Alltag des Managers ergänzt.

Rezension zu diesem Buch

Mit vielen Bildern und Beispielen gelingt es dem Autor, dem Leser die systemische Weltsicht auf spielerische Weise näher zu bringen. Da das Buch sich aber mit der Organisation von Unternehmen befasst, gibt Simon neben theoretischen Reflexion auch ganz praktische Hinweise.

Durch Simons sympathische Schreibweise und die Beschränkung auf die Grundlagen ist "Radikale Marktwirtschaft" als Einführung in die Grundlagen des systemischen Managements sehr gut geeignet. Neben dem nötigen systemischen Rüstzeug wird immer wieder auf dessen Bedeutung im Management-Alltag eingegangen. Aber das Buch informiert nicht nur, sondern bietet zugleich ein höchst vergnügliches Leseerlebnis.
(www.media-mania.de, 10.01.2008)

Wer sollte dieses Buch lesen? Berufsanfänger, aber auch Fortgeschrittene. Vor allem Betriebswirte, Juristen und Ingenieure. Denn Ökonomie und Psychologie rücken näher.
Thomas Webers (MWonline, 2006)

... eine pointierte, bildhafte und überaus lehrreiche Themenaufbereitung.
Der Autor nimmt sich des Lesers an, fächert anhand zahlreicher Fallbeispiele deren Verhaltensfehler im Umgang mit Mitarbeitern sowie in der Unternehmensführung auf und erörtert zugleich umfassend die entsprechenden Maßnahmen zur Verhaltensmodifikation. Dies alles erfolgt in einer steten Atmosphäre spürbaren Wohlwollens, die sich aus der Erkenntnis speist, dass Menschen Fehler machen und Fehler dazu da sind, aus der Welt geschafft zu werden. Ein Buch, das sich aufgrund seiner pragmatischen Ausrichtung von selbst empfiehlt und dem man in den Führungsetagen weiterhin hohe Aufmerksamkeit wünschen möchte.
J. Michael Baerwald (www.literaturagentur.net, April 2003)

Das Buch stellt den überaus spannenden Versuch dar, den systemisch-konstruktivistischen Ansatz, wie er sich in den letzten Jahren in der Psychotherapie entwickelt hat, auch auf andere Bereiche des menschlichen Zusammenlebens, Verhaltens und Organisierens zu übertragen. Im Vordergrund steht seine Anwendung auf den Bereich des Führens und Leitens von Organisationen. Das Buch ist die angestrebte und gelungene Synthese von Theorie, Geschichten und Rezepten. Ein spannendes, nach Inhalt und Aufmachung aufwändiges Buch, das sich an alle richtet, die eine unterhaltsame und anspruchsvolle Einführung sowohl in den systemisch-konstruktivistischen Ansatz und sein Menschenbild als auch in systemisches Management bekommen wollen.
Johannes Herwig-Lempp (Sozialmagazin, 1993 / 4)

Eine praktische Anleitung zum Verstehen menschlichen Verhaltens. Simon und das Wiener CONECTA-Team belassen es nicht bei warnenden Beispielen. Der  "Nutzen von Verschiedenheit" hebt dieses Buch deutlich aus dem Angebot der Führungsbreviere heraus. Dabei reichen die Tipps von der Befragungscheckliste über die Workshop-Organisation bis zur Visionsformulierung.
Heinz Metzen (Manager magazin, 1993 / 5)

Es ist ein spannendes Buch über "ökonomische Psychologie" oder  "psychologische Ökonomie" entstanden. Ein ausgesprochen witziges, überraschendes und erleuchtendes Buch.
(Literatur für Aus- und Weiterbildung in Organisationen, 1993 / 4)

Das gut lesbare Buch liefert sowohl theoretische Analysen als auch Geschichten und Rezepte für den Alltag von Managern, die in der Praxis umgesetzt werden können.
(Staat und Wirtschaft in Hessen, 1994 / 10)

Die zehn Autoren stellen die "weiche Wirklichkeit der Wirtschaft" mit viel Ironie auf den Kopf. Sie haben eine andere Sichtweise aufgezeigt und diese zu Managementspielen umfunktioniert, denn Lesen soll ja auch Spaß machen.
(io – Management Zeitschrift , 1993 / 9)

Das Werk kann als unmittelbare Umsetzung der Forschungsergebnisse des Nobelpreisträgers Becker in betriebliche Praxis betrachtet werden.
Thomas Martinek (Trend, 1993 / 1)

Das Buch liest sich erfrischend in dem Mix von bildhaft vorgestellter Systemtheorie und Beispielen und Rezeptideen für die Praxis. Es ist für Praktiker wie für theoretisch Interessierte lesenswert, weil es alltägliche Wahrnehmungsmuster verstört und für das Agieren in Organisationen eine Fülle von Anregungen bringt. Leseempfehlung!
(OrganisationsEntwicklung, 1992 / 4)




Donnerstag, 31. Dezember 2009

Intangible Assets and their Contribution to Corporate Value



Intangible Assets

Measuring and Enhancing Their Contribution to Corporate Value and Economic Growth

  1. Overview
  2. Intangible Assets in a Konwledge Economy
  3. Macroeconomic Implication of Intangible Assets
  4. Intangible Assets in the Firm and in Financial Markets
  5. Intangibles and Government Measurement
  6. Intangibles and Government Policy

NATIONAL RESEARCH COUNCIL OF THE NATIONAL ACADEMIES, Washington, D.C.

Dienstag, 29. Dezember 2009

Intellectual Capital - Literature Review


The Evolving Research on Intellectual Capital by Tan, Plowman and Hancock at UWA Business School, The University of Western Australia.



Samstag, 12. Dezember 2009

Fritz B. Simon über Grenzen


Am Anfang jeder systemischen Betrachtung steht die Beantwortung der Frage nach der Grenze zwischen dem System Unternehmung und seiner Umwelt.

Fritz B. Simon hat sich in seinem anregenden Blog Simons Systemische Kehrwoche allgemein über Grenzen geäußert:

7. Dezember 2009


Sind Grenzen eigentlich ein sinnvolles Konzept? Oder wird mit diesem Begriff nur die Verdinglichung einer Beziehung bezeichnet? Man unterscheidet zwischen innen und außen, wo bleibt die Grenze?


11. Dezember 2009


Hier ein Definitionsversuch: 

Wenn ein Raum, Zustand oder Inhalt durch eine Unterscheidung in zwei Räume, Zustände oder Inhalte geteilt wird, die man “innen” und “außen” nennen kann, dann nennt man einen Raum, Zustand oder Inhalt, bei dem unentscheidbar ist, ob er der Außenseite oder der Innenseite der Unterscheidung zuzurechnen ist, “Grenze” zwischen dem Raum, Zustand oder Inhalt “außen” und dem Raum, Zustand oder Inhalt “innen”.







 

Samstag, 5. Dezember 2009

Dirk BAECKER über den idealen Manager


Warum im Fußball ehemalige Spieler als Club - Manager so erfolgreich sind.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Neues Bewertungsmodell für selbststeuernde Systeme


Bei der Ermittlung des objektivierten Unternehmenswertes ist die dem Unternehmen innewohnende und übertragbare Ertragskraft zu bewerten. Die Erkenntnis, dass diese Ertragskraft von den Fähigkeiten des Managements zur Lenkung des zu bewertenden Unternehmens abhängig ist, erscheint trivial. Nicht trivial sind angesichts des verstärkt zu beobachtenden Scheiterns herkömmlicher Managementkonzepte Antworten auf die Frage nach dem Umgang mit  Komplexität.

Die Idee der Selbststeuerung komplexer Systeme kann als Fundament für neue Konzepte zur Führung von Unternehmen dienen.

Christine Wycisk hat ihre Dissertation mit dem Titel


veröffentlicht.




Die Arbeit von Christine Wycisk ist enorm wichtig. Bisherige Management - Konzepte, die analytisch - konstruktivistisch ausgerichtet sind, werden der zunehmend komplexer werdenden Unternehmenswelt nicht mehr gerecht. Die zahlreichen Insolvenzen großer und namhafter Unternehmen (Lehman Brothers, GM, Hypo Real Estate, Quelle usw.) offenbaren diesen Mangel. Das Prinzip der Selbststeuerung ist aufgrund seiner Flexibilität erheblich besser für eine hochgradig vernetzte Welt geeignet.


Eine ausführliche Besprechung dieses Buches folgt in den nächsten Tagen.





Dienstag, 1. Dezember 2009

Wer Gott zum Lachen bringen möchte, zeige ihm seinen Businessplan


Wer sich in seiner beruflichen Praxis mit Unternehmensbewertung befasst,  muss sich mit  einem neuen Phänomen auseinandersetzen: Es häufen sich die Erfolgsgeschichten von Unternehmern, die keinen Businessplan brauchen. Simon Woodroffe, Gründer der YO!Company, ist einer von ihnen:

YO! is one of those empires such as Google, Apple or Virgin that thinks of itself less as a business than a way of life.
Sunday Times, 22.08.2004


YO! is one of the founding brands of the individual revolution, alongside Apple, Ebay and now Zopa, in which people define themselves principally by who they are rather than by what they consume.
Richard Duvall, Founder of Zopa



With YO!Sushi, YO! revolutionised fast food.
The Observer, 29.12.2005

Heute ist im Blog von Youngentrepreneur (TM) ein Beitrag über ihn erschienen.

Businesspläne entspringen häufigen Organisationskonzepten, die Ordnung durch Detailbeschreibungen schaffen wollen. Dieses Vorgehen entspricht dem Gedanken vollständig geplanter und bewusster Problemlösungsprozesse. In den klassischen Managementkonzepten wierden hierfür straffe hierarchische Organisationsformen mit klaren Informations- und Weisungsabläufen eingesetzt und gleichzeitig als zwingende Voraussetzung angesehen, um das Funktionieren des Unternehmens zu garantieren. Diesen Konzepten kann jedoch vorgeworfen werden, dass unvorhergesehene Entwicklungen des Systems "Unternehmen/Umwelt" ausgeblendet und in der Konzeption nicht beachtet werden. Somit sind für spontane Lösungen keine Kapazitäten oder Entscheidungsspielräume vorhanden.

Diese traditionellen Managementkonzepte sind unserer komplexen Welt nicht mehr angemessen.




Fritz B. SIMON zur Krise unserer Denkmodelle


Leben wir in einer Gegenwart, die wir verstehen?

Erklärungsversuche, beispielsweise für die Finanzkrise, gibt es viele, ernst zu nehmende Gedanken stammen von Paul Krugman, Robert Shiller und  Howard Davies (s. Finanzmärkte laufen aus dem Ruder?!).

Im Grunde geht es um die Feststellung, dass unser Denken, das auf Kausalität beruht, wichtigen Bereichen unserer Lebenswelt nicht mehr angemessen ist.

Das Management Zentrum Witten veranstaltete kürzlich zu diesem Themenkomplex die


3. Biennale für Management und Beratung
19. - 21. November in Berlin

Im Rahmen dieser Vortragsveranstaltung gab Fritz B. SIMON folgende Stellungnahme ab:



Die gegenwärtige Krise des Weltwirtschaftssystems ist ja so etwas wie eine gigantische Werbeveranstaltung für systemisches Denken. Jetzt weiß auch der letzte Anhänger geradlinig kausaler Modelle, der Main - Stream - Wissenschaften oder von Kontroll - Ideen, dass die Welt und mit ihr die Wirtschaft nur sehr begrenzt berechenbar ist. Die alten Management - by - Tools sind allesamt auf dem Müll gelandet (wo sie schon früher hingehörten), und mit ihnen die Metaphern der Planung und Steuerung, die ihnen zugrunde lagen. Wo es früher Wirtschaftskapitäne gab und Lotsen, die sich mit den Untiefen der Gewässer auskannten, den Kurs festlegten und hielten, auch wenn das Klima rau war und die See unruhig, muss heute gesurft werden und nicht nur im Internet. Wir navigieren nicht mehr in Gewässern, die mal mehr, mal weniger ruhig sind, sondern wir befinden uns immer irgendwie auf dem Kamm einer Welle, die jeden Moment über uns zusammen schlagen kann. Die Krise zu reiten ist riskant, aber es kann offensichtlich auch richtig Spaß machen (wenn man es kann, eine gute Kondition und den hinreichenden Sportsgeist besitzt).

Samstag, 28. November 2009

Rudolf WIMMER zur Krise unserer Denkmodelle

Leben wir in einer Gegenwart, die wir verstehen?

Erklärungsversuche, beispielsweise für die Finanzkrise, gibt es viele, ernst zu nehmende Gedanken stammen von Paul Krugman, Robert Shiller und  Howard Davies (s. Finanzmärkte laufen aus dem Ruder?!).

Im Grunde geht es um die Feststellung, dass unser Denken, das auf Kausalität beruht, wichtigen Bereichen unserer Lebenswelt nicht mehr angemessen ist.

Das Management Zentrum Witten veranstaltete kürzlich zu diesem Themenkomplex die


3. Biennale für Management und Beratung
19. - 21. November in Berlin

Im Rahmen dieser Vortragsveranstaltung gab Rudolf WIMMER folgende Stellungnahme ab:



Wir sind gerade Zeugen des Zusammenbruchs einer kollektiven Illusion, beruhend auf einem als ökonomische Rationalität getarnten magischen Denken. Im Finanzsektor war es normal, Renditen zwischen 20-30 % und mehr zu erwarten. Die Ertragschancen in der sogenannten Realwirtschaft, irgendwie im einstelligen Bereich herumkrebsend, wurden von den wirklich schlauen Akteuren auf den Finanz- und Kapitalmärkten lange Zeit nur milde belächelt. Das globale Pyramidenspiel hat ein abruptes Ende gefunden. Für die allermeisten kam dieses Ende überraschend, einige wenige haben es kommen sehen. Die Ertragserwartungen des Investmentbankings und der Kapitalmärkte wurzelten in einer magischen Vorstellungswelt, deren Realitätsferne solange unsichtbar bleiben konnte, als es gelang, die eingebauten Risiken in einem gigantischen, weltweiten Netz an sich wechselseitig beobachtenden und in ihre Anlagebereitschaft ständig stimulierenden Investoren zu verstecken. Faszinierend und zugleich beängstigend ist, wie die Instituionen der Aufsicht und die Wirtschaftswissenschaften diese kollektive Magie einer schieer grenzenlosen Bereicherung im selbstreferenziellen Zirkel miterzeugt und gestützt haben.


Mit den Folgen dieses Rausches werden wir über Jahre zu kämpfen haben. Wird dies zu nachhaltigeren Formen des Wirtschaftens, des Ressourcenverbrauchs, des Energie- und Rohstoffeinsatzes, zu einem achtsameren Balancieren der gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen führen?


Die bisherigen Erfahrungen geben wenig Anlass zum Optimismus. Wir werden uns Schritt für Schritt aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten herauswinden, sowie nach dem Platzen der New Economy - Blase auch, und auf die nächste Krise noch unbekannten Ausmaßes zusteuern. Zum Glück gibt es die sich immer weiter verfeinernde Systemtheorie, die diese Entwicklungen ein Stück weit beobachtbar und beschreibbar sowie als unausweichliches Moment gesellschaftlicher Evolution verstehbar macht.





Freitag, 27. November 2009

Live Streaming der Klausur zur Krise des Managements


Manche Topmanager verstehen die Unternehmen, die sie lenken, nicht mehr. Lehman Brothers, GM, Hypo Real Estate und Quelle sind nur Beispiele. 



Im Juli diesen Jahres hatte Stefan HAGEN, pm-blog, einen Beitrag mit dem Titel Was ist Management? verfasst, der mehr als 60 Kommentare ausgelöst hat. Selbst Fredmund MALIK beteiligte sich an dieser sehr lebhaft und durchaus kontrovers geführten Diskussion. In den nächsten Tagen wird dieser Diskurs bei einem persönlichen Treffen fortgesetzt. Wer möchte, kann einiges auf TWITTER mitverfolgen.

Nun ist es soweit. Heute, 14:00 bis 20:00 Uhr,  findet eine Klausur zu diesem Thema statt.
 
Live - Streaming

Dienstag, 24. November 2009

Dirk BAECKER zur Krise unserer Denkmodelle

Leben wir in einer Gegenwart, die wir verstehen?

Erklärungsversuche, beispielsweise für die Finanzkrise, gibt es viele, ernst zu nehmende Gedanken stammen von Paul Krugman, Robert Shiller und  Howard Davies (s. Finanzmärkte laufen aus dem Ruder?!).

Im Grunde geht es um die Feststellung, dass unser Denken, das auf Kausalität beruht, wichtigen Bereichen unserer Lebenswelt nicht mehr angemessen ist.

Das Management Zentrum Witten veranstaltete kürzlich zu diesem Themenkomplex die


3. Biennale für Management und Beratung
19. - 21. November in Berlin

Im Rahmen dieser Vortragsveranstaltung gab Dirk BAECKER folgende Stellungnahme ab:






Ein gutes Stichwort zur Beschreibung der gegenwärtigen Weltlage lautet: Krisenkultur. Wir haben es nicht nur mit einer Krise zu tun, wir pflegen sie auch, wir vergleichen sie mit anderen Krisen und wir fragen uns, wie es sich im Umgang mit einer Kultur gehört, ob wir wohl mit derselben Identität aus der Krise herauskommen, wie wir glauben, hineingegangen zu sein. 

Die ganze Welt steht zur Diskussion, und mit ihr die politischen und wirtschaftlichen Gewichte zwischen erster, zweiter und dritter Welt, zwischen Industrie, Dienstleistung und Finanzierung, zwischen Produktion, Konsum und Spekulation. Welche Spiele spielen wir? Auf welche Zukunft setzen wir? Auf wen kann man sich noch verlassen? Die Systemtheorie übersetzt diese großen paktischen Fragen in trockene analytische Fragen: Welche Ereignisse zählen? Wie können wir sie ordnen? Was sollten wir besser austauschen?


Aber auch die Systemtheorie weiß, dass die Diagnose der Situation nicht für sich stehen kann, sondern Entscheidungen erfordert und die für diese erforderliche Mobilisierung eines freien Willens. Die Krise, das ist die Gesellschaft, sagte Niklas Luhmann. Wir dürfen ergänzen: Die Krise, das ist auch die Stunde des freien Willens. Eine Krisenkultur ist eine Kultur, die die Möglichkeit des freien Willens vorsichtig, fast demütig, umkreist.



 

Die Krise des Managements in einer komplexen Welt


Manche Topmanager verstehen die Unternehmen, die sie lenken, nicht mehr. Lehman Brothers, GM, Hypo Real Estate und Quelle sind nur Beispiele. 

Im Juli diesen Jahres hatte Stefan HAGEN, pm-blog, einen Beitrag mit dem Titel Was ist Management? verfasst, der mehr als 60 Kommentare ausgelöst hat. Selbst Fredmund MALIK beteiligte sich an dieser sehr lebhaft und durchaus kontrovers geführten Diskussion. In den nächsten Tagen wird dieser Diskurs bei einem persönlichen Treffen fortgesetzt. Wer möchte, kann einiges auf TWITTER mitverfolgen.

Im Grunde geht es dabei um das Thema der Selbstorganisation:

Seit ungefähr 45 Jahren befassen sich Wissenschaftler transdisziplinär mit der Entwicklung von Ordnung in Systemen (= Selbstorganisation). Das bekannteste Urkonzept stammt von den Biologen MATURANA und VARELA, die sich mit selbst aufbauenden Systemen (Autopoiese) beschäftigt haben.

Seit den 1980er Jahren diffundiert diese Idee der Selbstorganisation und die damit einhergehende Erwartung, sich ein Instrument zur Komplexitätsbewältigung erschließen zu können, auch in die Betriebswirtschaft.

MALIK hat sie in sein Konzept einer „Evolutionären Unternehmensführung“ übertragen. Ziel ist es, die Gefahren unbewältigter Komplexität zu vermeiden und die Chancen aus dem richtigen Umgang mit ihr zu nutzen. Die begrenzte Steuerbarkeit von Unternehmen ist eine zentrale Annahme seines Ansatzes. MALIK leitet Unternehmens-Ziele aus dem Generalziel „Steigerung der Überlebensfähigkeit“ ab. Nach ASHBY ist ein System dann überlebensfähig, wenn es genügend Varietät (Komplexität) zur Lösung komplexer Umweltprobleme erzeugen kann. Das evolutionäre Management nach MALIK versucht daher, soviel Varietät im System Unternehmen zu erzeugen, wie möglich, z.B. durch die Anwendung von komplexen statt einfachen Erklärungsmodellen oder durch die ständige Bereitschaft, sich auf unvorhersebare Ereignisse neu einstellen zu können (Fehlertoleranz).

Wer kennt die Lehre vom Zusammenwirken? In ihr wird vor allem die spontane Entstehung von Ordnungszuständen in Systemen untersucht. Der deutsche Physiker HAKEN führte 1969 dafür den Begriff SYNERGETIK ein. Heute sind Synergien in aller Munde …


Sonntag, 22. November 2009

Verbrauchte Zukünfte in der Unternehmensbewertung


Das Planen in Szenarien ist mittlerweile auch bei kleinen und mittleren Unternehmen zum Standard geworden. Der Unternehmensbewertung eröffnet dies die Möglichkeit einer Auffächerung des Unternehmenswertes in Abhängigkeit von den Prämissen des jeweiligen Szenarios. Die Darstellung einer Bandbreite für den Unternehmenswert im Bewertungsgutachten entspricht dem Gedanken: Risiko als Ergebnis, nicht als Determinante der Unternehmensbewertung.

Das Planen in Szenarien zum Zwecke der Unternehmensbewertung setzt voraus, dem jeweiligen Szenario eine Eintrittswahrscheinlichkeit zuzuordnen. In der Praxis wird dies der Bewerter gemeinsam mit dem Management des zu bewertenden Unternehmens tun. In diesem Kontext ist die Frage interessant, ob durch das Zuordnen von Eintrittswahrscheinlichkeiten und somit auch von Werten zu Szenarien deren Wahrscheinlichkeit verändert wird. Im Rahmen der


3. Biennale für Management und Beratung
19. - 21. November in Berlin

hielt Elena ESPOSITO einen Vortrag über die Beziehung von Zeit und Geld. Es werden unterschiedliche Szenarien (Zukünfte) entworfen, ihre Wahrscheinlichkeiten kalkuliert und dann entsprechende Wetten (bei Finanzderivaten) platziert. Mit dem Entwurf einer auf diese Weise bestimmten Zukunft und der Wette auf sie, wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie so, wie gewettet, eintritt, verändert, ja, es wird höchst unwahrscheinlich, dass sie so eintritt. Da unterschiedliche Zukünfte auf diese Weise entworfen und damit auch verworfen werden, spricht sie von “verbrauchter Zukunft”.

Elena Esposito

(Quelle: Simons Systemische Kehrwoche) 





Mittwoch, 18. November 2009

3. Stufe der Systhemtheorie für 2010 erwartet



Dr. Takashi Iba hatte 2008 einen Ausblick auf die Entwicklung der Systemtheorie gegeben und etwa für das Jahr 2010 deren 3. Stufe erwartet:



Seine Erläuterungen:

At 1970s, 1st Stage of "The Science of Complex Systems" was started. The scientists focused on nonlinear system and studied complex behaviors from deterministic simple rules. At the stage, key concepts are "chaos" and "fractal", and major method is numerical simulation. It can be said that the target is just only one system.

2nd Stage of "The Science of Complex Systems" started at 1990s. The scientists focused on complex adaptive system and studied emergent order from interactions. At the stage, key concepts are "evolution" and "learning", and major methods are cellular automata and multi-agent simulation.

In mid of 1990s, new area called "Network Science" was emerged from physics. The scientists focused on the structural asymmetry of relations or interactions, and studied the emergent order of structural connections. New concepts like "scale-free network" and "small-world network" were proposed. It was also related to "power-law distribution", "phase transition", and "history". Additional finding is the viewpoint of hidden order of co-occurrences. The major method were very-large data analysis and simulation.

Another new area was "Econophysics", which was also emerged from physics. The scientists focused on non-equilibrium dynamics, and studied emergent order of temporal fluctuations. The key concepts are related to "power-law distribution", "phase transition", and "self-organized criticality" especially in economic phenomena. They also emphasize "irreversibility" and "history". Econophysics is highly related to Network Science.

In my view, 3rd stage of "The Science of Complex Systems" are going to emerge in near future, maybe around 2010, based on 2nd stage of "The Science of Complex Systems", "Network Science", and "Econophysics". The scientists claim that massiveness is needed in the study of complex adaptive system. And Network scientists pointed out that the next challenge is "evolving dynamics of structure". In addition, Econophysics seems to be needed "evolving structure of dynamics" along the temporal fluctuation.

At the new stage, it will incorporate "Autopoietic System Theory" and "Quantum Mechanics". "Autopoietic System Theory" is thought about system as self-referential existence. The important feature is "momentary element" and "contingency". "Quantum Mechanics" is thought about wave-particle duality. The important feature is "creation and annihilation of quantum" and "uncertainty".


Well, I won't sit idly by the future, but pursue the research and contribute toward the future. In concluding this article, I would like to quote my favorite word by Alan Kay; "The best way to predict the future is to invent it."

Montag, 12. Oktober 2009

Roman zur Systemtheorie von FINK / FRIEDSCHRÖDER


Ein Roman zur Systemtheorie von Barbara Fink und Thomas Friedschröder


Heinz von Foerster: Cybernetics of Cybernetics



Buch, Regie und Produktion: Maria Pruckner

Technische Leitung und Herstellung: Margot Zappe, MofZop,Wien

Vertrieb: Malik Management Zentrum St.Gallen · Zu bestellen unter:

http://eu-shop.mmzsg.com/product_info.php?info=p45_90-Jahre-Heinz-von-Foerster.html