Dienstag, 24. November 2009

Dirk BAECKER zur Krise unserer Denkmodelle

Leben wir in einer Gegenwart, die wir verstehen?

Erklärungsversuche, beispielsweise für die Finanzkrise, gibt es viele, ernst zu nehmende Gedanken stammen von Paul Krugman, Robert Shiller und  Howard Davies (s. Finanzmärkte laufen aus dem Ruder?!).

Im Grunde geht es um die Feststellung, dass unser Denken, das auf Kausalität beruht, wichtigen Bereichen unserer Lebenswelt nicht mehr angemessen ist.

Das Management Zentrum Witten veranstaltete kürzlich zu diesem Themenkomplex die


3. Biennale für Management und Beratung
19. - 21. November in Berlin

Im Rahmen dieser Vortragsveranstaltung gab Dirk BAECKER folgende Stellungnahme ab:






Ein gutes Stichwort zur Beschreibung der gegenwärtigen Weltlage lautet: Krisenkultur. Wir haben es nicht nur mit einer Krise zu tun, wir pflegen sie auch, wir vergleichen sie mit anderen Krisen und wir fragen uns, wie es sich im Umgang mit einer Kultur gehört, ob wir wohl mit derselben Identität aus der Krise herauskommen, wie wir glauben, hineingegangen zu sein. 

Die ganze Welt steht zur Diskussion, und mit ihr die politischen und wirtschaftlichen Gewichte zwischen erster, zweiter und dritter Welt, zwischen Industrie, Dienstleistung und Finanzierung, zwischen Produktion, Konsum und Spekulation. Welche Spiele spielen wir? Auf welche Zukunft setzen wir? Auf wen kann man sich noch verlassen? Die Systemtheorie übersetzt diese großen paktischen Fragen in trockene analytische Fragen: Welche Ereignisse zählen? Wie können wir sie ordnen? Was sollten wir besser austauschen?


Aber auch die Systemtheorie weiß, dass die Diagnose der Situation nicht für sich stehen kann, sondern Entscheidungen erfordert und die für diese erforderliche Mobilisierung eines freien Willens. Die Krise, das ist die Gesellschaft, sagte Niklas Luhmann. Wir dürfen ergänzen: Die Krise, das ist auch die Stunde des freien Willens. Eine Krisenkultur ist eine Kultur, die die Möglichkeit des freien Willens vorsichtig, fast demütig, umkreist.



 

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